Wieder Milch? Sorge für ein festes Fundament!


Denn obgleich ihr der Zeit nach Lehrer sein solltet, habt ihr es wieder nötig, daß man euch lehrt, was die Anfangsgründe der Aussprüche Gottes sind; und ihr seid solche geworden, die Milch nötig haben und nicht feste Speise. Hebräer 5.12

Der Verfasser des Hebräerbriefes ermahnt mit dieser Passage Gläubige, die nach ihrer Zeit der Nachfolge eigentlich die Reife erlangt haben müssten, die man von Lehrern des Wortes Gottes erwartet. Nach biblischem Vorbild ist ein Lehrer nicht nur jemand, der verschiedene Aussagen der Bibel wiedergeben kann, sondern in dessen Leben das, was er lehrt, zu einer unübersehbaren Substanz geworden ist.

Er vermittelt also nicht nur theoretische Kenntnisse, sondern sein eigenes Leben ist eine lebendige Botschaft und glaubhaftes Zeugnis.

Jakobus 3.1: Werdet nicht viele Lehrer, meine Brüder, da ihr wißt, daß wir ein schwereres Urteil empfangen werden!

Auch im 1. Timotheusbrief sind klare Anforderungen an einen Leiter bzw. Lehrer beschrieben. Viele davon beziehen sich auf sein tägliches Leben und seinen Charakter. Wir können also davon ausgehen, dass die oben genannte Hebräerstelle eine charakterliche Reife und ein vorbildlich geführtes Familienleben nach Jahren der Nachfolge anmahnt, was bei ihnen offensichtlich nicht gewachsen war. Sie benötigten wieder Milch und gründliche Unterweisung in den Anfangsgründen der Aussprüche Gottes.

Es ist also möglich, selbst wenn wir uns seit vielen Jahren als Christ bezeichnen, nicht in der Art und Weise gewachsen zu sein, wie es der Wille Gottes ist.

Mir scheint, diese Beschreibung des geistlichen Zustandes der Hebräer trifft auch auf die aktuelle Verfassung vieler Christen in den westlichen Gesellschaften heute zu. Obwohl wir nach den Jahren reife, sichere und gesunde Kinder Gottes sein müssten, sind wir doch oftmals schwach, unsicher, krank und geistlich arm. Wir haben verschiedenste körperliche Gebrechen, wenig Vollmacht und Kraft im Gebet, wenig Ausdauer in Anbetung und Lobpreis und wenig Kenntnis aus dem Wort Gottes. Deshalb ist unser Unterscheidungsvermögen so unterentwickelt. Es fehlt uns an Liebe zur Wahrheit und Liebe zur Bibel. Vielmehr bevorzugen wir neuerscheinende christliche Bücher mit angenehmen Inhalten. In den letzten Jahren ist mir in den vielen seelsorgerlichen Gesprächen immer wieder das Phänomen begegnet, dass Kinder Gottes gerne nach vordergründigen Lösungen suchen und nicht bereit sind, die Wurzeln zu behandeln.

Spezielles Wissen über die bösen Mächte und Gewalten in der Himmelswelt über Regionen, das Herausfinden von okkulten Plätzen und Praktiken aus vergangenen Jahrhunderten, das Lesen von Büchern, die detaillierte Offenbarungen über das Wirken, die Kleidung, die Namen von Dämonen beschreiben, dass alles hat größere Priorität, als gefüllt zu werden mit Verständnis und Einsicht über das Wesen unseres Gottes.

Während wir in den „geistlichen Spezialfächern“ bewandert sind, erscheinen uns die einfachen und viel wichtigeren Grundsätze fremd oder gar zu primitiv.

Es ist tragisch, wie unbekannt solch einfache Grundpfeiler unseres Glauben sind, wie zum Beispiel das tägliche Suchen von Gottes Gegenwart, das tägliche Studieren in der Bibel. Wie wenig wird darüber gelehrt, was man tun muß, damit das gelesene Wort Gottes in uns wirken kann und wie es in uns zu Substanz wird, die unseren Charakter verändert.

Wie oft suchten Geschwister in unserer Gemeinde Hilfe bei unterschiedlichsten Problemen in der Ehe, in der Familie oder im eigenen Leben und wie wenig Bereitschaft war da, die Prioritäten im Leben so zu ordnen, wie es die Bibel sagt. Warum finden wir immer noch nicht den Knopf zum Ausschalten unseres Fernsehers und warum werfen wir das Ding nicht raus, wenn wir nicht ausschalten können? Wie lange wollen wir noch erlauben, uns von Dämonen unterhalten zu lassen, anstatt ein paar Grundsätze aus dem Wort zu verinnerlichen.

Matthäus 18.9  Und wenn dein Auge dir Anlaß zur Sünde gibt, so reiß es aus und wirf es von dir! Es ist besser für dich, einäugig in das Leben hineinzugehen, als mit zwei Augen in die Hölle des Feuers geworfen zu werden.

Jesus macht hier deutlich, wie wir mit Dingen umgehen sollen, die uns zur Lauheit, Angepasstheit und Sünde verführen, nämlich radikal!

Wir sollten also gewaltig umdenken lernen.

Anstatt uns Jahr für Jahr vergeblich nach den Resultaten anderer Erweckungsbewegungen auszustrecken, sollten wir die Bedingungen dafür genauer anschauen. Es reicht eben nicht, sich mit Berichten von großartigem Wirken Gottes in anderen Erdteilen zu beruhigen, sondern wir selbst müssen dieselbe Hingegebenheit und Treue beweisen, die uns unsere Geschwister zum Beispiel in China oder Afrika vorleben.

Lasst uns auch aufhören, scheinbar geistliche Begründungen für unseren Zustand vorzubringen und die Ursachen für unsere geistliche Armut in allen möglichen komplizierten und vergeistlichten Umstanden zu suchen.

In erster Linie brauchen wir Erneuerung und viel Gnade von Gott, was unsere Liebe zu unserem Herrn, zu seinem Wort, was unseren Gehorsam und unsere Hingabe betrifft. Ich bin davon überzeugt, dass zur Zeit ein weiteres Befassen mit Finsternisfürsten über unseren Regionen, dass Lösen von Flüchen aus der Vergangenheit, die Tilgung der Schuld unserer Vorfahren, das Suchen nach Offenbarungen über Dämonen, die über die Schrift hinausgehen, unser Land nicht verändern werden.

All diese Schwerpunkte haben ihre Bedeutung, wenn wir zu der Reife gelangt sind, die der Hebräerbrief anmahnt. Dann können wir mit tatsächlichem Durchblick agieren und unsere Gebete haben eine Auswirkung im sichtbaren Bereich. Solange wir das nicht beherzigen, sind wir wie einer, der einen Dachstuhl bauen will, ohne zuvor ein Haus gebaut zu haben.

Wir müssen uns von dieser seelischen Lust verabschieden, die uns immer wieder zu neuen spektakulären Erkenntnissen oder Speziallösungen hinziehen will. Bauen wir doch endlich an unserem Fundament und führen ein Leben nach der Bibel. Werden wir doch zu den Christen, die Lehrer sind mit ihrem Leben.

Das bedeutet, wir beten täglich und lesen täglich im Wort Gottes. Wir achten in unseren Familien darauf, dass alles, was Ihm nicht gefällt aufhört und aus unseren Wohnungen geschafft wird. Wir nehmen unsere Verantwortung war, zu einer Gemeinde zu gehören, wo das Wort Gottes verkündigt wird und die Leiter ein hingegebenes Leben in der Nachfolge führen. Wir erlauben uns und unseren Kindern nicht mehr, dass sündenverherrlichende, dämonische, gewalttätige Spiele, Bücher, Zeitschriften uns unterhalten.

Wir versuchen nicht mehr, mit viel Aktivität und Veranstaltungs- oder Konferenzbesuchen unseren Mangel an persönlicher Beziehung zu Gott auszugleichen. Wir verwenden nicht mehr zu viel Zeit mit dem Studium christlicher Bücher, sondern wir nehmen und planen dafür Zeit, selbst unseren himmlischen Vater kennen zu lernen.

Wir sind nicht mehr mit Prophetie und Offenbarung aus „zweiter Hand“ zufrieden, sondern wir machen uns selbst auf, den Herrn zu suchen, bis wir ihn gefunden haben. Wir übernehmen nicht mehr ohne Prüfung geistliche Sichtweisen, auch wenn sie von wohlklingenden Namen stammen, sondern wir lernen das Wort kennen und das Maß unserer eigenen Unterscheidung wächst.

Wenn wir uns nicht auf die ganz einfachen Grundpfeiler des Glaubens zurück besinnen, werden wir mit Sicherheit nicht bestehen können, wenn die „Lehren von Dämonen“ (1.Tim 4.1) weiter zunehmen.

Wir sollten fleißig sein!

Wusstest du, dass Fleiß eine ganz entscheidende Rolle in unserer Nachfolge spielt und eigentlich die gesunde Reaktion auf die wunderbare Errettung, die wir durch Jesus erfahren haben?

2. Petrus 1.3-5  Da seine göttliche Kraft uns alles zum Leben und zur Gottseligkeit geschenkt hat durch die Erkenntnis dessen, der uns berufen hat durch seine eigene Herrlichkeit und Tugend, durch die er uns die kostbaren und größten Verheißungen geschenkt hat, damit ihr durch sie Teilhaber der göttlichen Natur werdet, die ihr dem Verderben, das durch die Begierde in der Welt ist, entflohen seid: eben deshalb wendet aber auch allen Fleiß auf 

Römer 12.10-11  In der Bruderliebe seid herzlich zueinander, in Ehrerbietung einer dem anderen vorangehend; im Fleiß nicht säumig

Wieviel Fleiß wende ich dafür auf, dass meine Beziehung zu Ihm immer tiefer und inniger wird?

Manche Christen glauben, wenn man nur irgendwie glaubt, geschehen die Dinge irgendwie automatisch. Nach dem Motto: Das macht alles der Herr... Tatsächlich verhält es sich so, dass du ohne Fleiß nicht wächst. Was haben wir für Defizite durch Faulheit!

So lasst uns nicht immer weiter nach neuen Erkenntnissen suchen, sondern die einfachen Anweisungen der Bibel beherzigen, Täter des Wortes zu werden. Lasst uns das tun, was wir schon wissen!

Nimm das Wort Gottes ernst und handle danach. Stehe auf gegen die weltliche Gesinnung, gegen Lauheit, gegen Ausreden und Bequemlichkeit. Treffe eine Entscheidung, Jesus radikal zu lieben. Die Schöpfung erwartet mit großer Sehnsucht das Offenbarwerden der reifen Söhne und Töchter Gottes, auch bei uns in Deutschland!

 

Diesen Text als PDF zum Download

Festes_Fundament.pdf